Sternschnuppengasse Nummer 63

 

 

„Wie oft  habe   ich  dir schon  gesagt,du   sollst   nicht  am  offenen Fenster   sitzen!“ rief   Peters Mutter,als   sie  ins  Zimmer   kam.Peter   drehte   sich  um.“Aber draussen fliegen  doch  so schoene Schneeflocken vorbei“antwortete er.Doch   seine Mutter schloss   schnell  das  Fenster und  zog  die  roten Vorhaenge,die   Peter   so  mochte “Ab ins Bett“sagte   sie.Seufzend stieg   Peter ins   Bett.“Hast   du   dir  auch  die  Zaehne  geputzt?“fragte   seine  Mutter.Peter zeigte nun die  Zaehne.

Dann  fragte   er :“Sag  mal,warum  heisst  denn  unsere  Gasse eigendlich   Sternschnuppengasse?“_“Wahrscheinlich  wegen  der  Sternschnuppen“,sagte seine   Mutter.“Aber   ich  habe  noch  nie eine  Sternschnuppe  gesehen“,gesehen  sagte   Peter „wie   sieht  denn  eine  Sternschnuppe aus“—„Nun“sagte  seine   Mutter,“ es  ist   ein  kleiner  noch   nicht  ausgewachsener Stern  mit einem langen,goldenen Schweif.“ “Und wozu hat   er den  Schweif?“wollte Peter wissen.Vielleicht    kann  er   damit  besser  fliegen,sagte   seine   Mutter und   deckte  ihn fest  zu .Dann loeschte sie   die  grosse   Lampe und   meinte :“Aber   vielleicht   hat er    ihn   auch   einfach  nur  zum  Unfug machen!“-„Das  glaube     ich  nicht“,sagte Peter  vom  Bett  her  und  gaehnte.Seine   Mutter  ging  zur   Tuer und   wollte   schon  hinaus gehen,als   Peter  noch  einmal  rief:“Bitte ,  Mama,ich  habe   noch  eine  Frage,“-„Na,gut  sagte   sie  und   setzte   sich  auf  den  Bettrand.“Die  Schneeflocken

“,sagte    Peter ,“die  fallen  doch  aus  den  grossen  weissen Winterwolken,ja?“-„Ja,“sagte   seine   Mutter.“Aber wie  kommen die   denn  hinein?“Peters  Mutter laechelte und   streichelte  ihm mit der Hand über   den  Kopf.„Was du immer  alles   wissen willst?“Sie  überlegte   einen  Moment.“Also“,sagte   sie   dann,“das  ist   so:Die grossen,weissen  Winterwolken kommen  alle aus   dem  Winterland,Das   ist   sehr,sehr weit weg  von  uns.Und   dort  wo   sie  herkommen,da   sitzt  der  grosse ,dicke Winterschneemann.Nun  der  schaufelt die   Schneeflocken in  die   Winterwolken hinein.Und   das  macht  er   so....“Aber   da   war   Peters  Kopf schon auf   das   Kissen  zurueck gesunken.Seine   Mutter   sah  ihn  noch  einmal  an,bevor   sie   auf  Zehenspitzen aus   dem  Zimmer  ging.Sie  loeschte   das   Licht,liess   aber   die    Tuer  einen  Spalt  breit offen.Peter   aber   schlief

 

        

 Aber Peter schlief  nicht  nur,sondern  er traeumte   auch.Und   weil  man  im  Traum ganz  leicht  in  ein anderes  Land  reisen  kann,nun deshalb  reiste  Peter eben nach  Winterland.Er   wollte   nachsehen ob  der  dicke grosse  weisse Winter- Schneemann Schneeflocken in  die Wolken  füllte.Und   er  kam  gerade zur  rechten  Zeit,um etwas   sehr  merkwürdiges zu  beobachten.Er   sah  tatsaechlich den riesig grossen Schneemann,der   auf  einem riesigen Berg  Schnee  sass.Aber vor  ihm,was  war  denn  das??Tatsaechlich,das   war  doch-ein Eisbaer.Aber   was  für   ein  komischer Eisbaer  .Er   sass   auf  seinen  Hinterpfoten und   versuchte   verzweifelt,eine   Dose von  seiner  Nase  zu  ziehen.Und   dabei  tropfte  ihm schwarze Farbe ueberall auf`` s Fell.“Hilf mir doch:“rief  er   dumpf aus  der  Dose.Der   Winterschneemann,der gerade eine   Wolkemit  der linken  Hand festhielt,ummitder rechten Schneeflockenherrein  zu  schaufeln,hörte   auf und   sah  ihn  an.“Ach,herrjeh!“rief  er.“Wie   siehst  du  denn  aus?“Dann  packte er   die  Dose und  zog fest daran.Und   tatsaechlich ,waerend der  Eisbaer auf  den  Ruecken  fiel,konnte er   die  Dose  von  der  Nase  ziehen.“Pfui“:rief  er“das  ist  ja  ganz graessliche schwarze   Farbe.“Und  in  hohem Bogen warf  er   die   Dose   weg.“Aber   Theobald“,sagte er  zu  dem  Eisbaeren,der versuchte ,die schwarze Farbe von seiner Nase zu  reiben,“wie  konnte  denn  das  passieren?“Theobald der  zuerst recht  traurig  dreinschaute ,  schnüffelte erst,dann  grummelte  er :“Ich  war  bei  den  Eskimos.Und   du  weißt  doch das   sie  immer   die  besten  Sachen  in  solchen Dosen auf bewahren.Na  und   da  habe  ich  eben  nach  sehen  wollen.“Er   schneutzte   sich.“Aber   das  Zeug  schmeckt  furchtbar“-„Das   kann  ich  mir   denken“,  sagte   der  Winterschneemann.“Es   ist  ja   auch  Farbe--und  jetzt hast  du  eine  ganz  schwarze    Nase.“—„Wirklich“,fragte   Theobald entsetzt.“Ach  du  liebes  bisschen,was  mache  ich  denn  nur?Und   er  rieb  sich  kraeftig  die  Nase  mit  den  Tatzen.“Wird schon  wieder  runter gehen“ beruhigte ihn   der  Winterschneemann.Doch  dann  sah  er   sich um.“Komisch“,sagte  er,“wo  ist  denn  die  Dose geblieben?Aber   so  sehr  er  sich  auch  umschaute,er  konnte   sie  nicht  sehen.“Na“,sagte er  nach  einer  Weile ,“ich habe  nun  keine  Zeit  nach  der  dummen  Dose  zu  suchen ,muss  Schneewolken  fuellen..“Und    er begann  wieder  Schneeflocken  in  die  Wolken zu  stopfen. Was   er   aber  nicht wusste ,das  wusste   Peter .Denn  er hatte genau  gesehen, wie  die   Dose  in  die  Wolke  geflogen  war.Und   deshalb  wollte er  auch unbedingt   nachsehen ,ob  sie   auch  wirklich drin war.Aber  in  der  Wolke war  es  so  furchtbar dunkel.Und   weil  das  Schauen so  anstrengend war, schlief  Peter nun  tatsaechlich  ganz tief  und  traumlos ein und   erfuhr  nicht ,was  in  der  Wolke  passierte. Aber ich  weiss  es.

 

          Max, der schwarze Schneeflock

In der dicken,grossen  Winterwolke ,die   der  Winterschneemann mit Schneeflocken voll stopfte,lag  die  Dose  mit  der schwarzen Farbe erst  in einer  Ecke ganz allein.Als  aber  immer  mehr Schneeflocken dazukamen,wurde es  immer  enger.Und deshalb kam es wie es eben  kommen musste.Als   die  Wolke  voll war und   der  Winterschneemann  sie  in  die  Luft warf,damit  der  Winterwind Schwuiwischuwuiii sie   wegwehen konnte,da  fiel eine neugierige  Schneeflocke ,die  ganz  in  der  Naehe der Dose  gekrochen  war,geradewegs hinein.Und das  war  natuerlich  Max.Wahrscheinlich  geschah  es gerade  deswegen weil  Max neugierig  war.Muehsam kroch  er jetzt  wieder  herraus aus  der  Dose,und  setzte   sich  daneben,um  sich  von  der  Anstrengung erst ein mal  zu  erholen.Aber  kaum  hatte  er  sich  hingesetzt:na,das  war  vielleicht  ein  Geschrei,“Pfui,pfui !“riefen  die  Schneeflocken.“Mach  dich  fort.Und   einige  riefen  sogar : „ Lasst  ihn  uns  hinaus  werfen!“-„Aber  was  ist  denn ?“fragte   Max ganz verbluefft.“Ich  habe euch  doch  gar nichts getan!“-„Nichts getan?“-„Schau dich  doch  einmal  an:Schwarz bist,ganz schwarz!Pfui,pfui!Schwarze  Schneeflocken gibt  es  nicht.Wir  wollen dich  nicht mehr  bei  uns haben.““So schrien alle  weissen Schneeflocken auf  Max ein,-Da verkroch er  sich  ganz klein in die hinterste  Ecke  der Winterwolke .Er wischte und wischte ,aber die schwarze  Farbe wollte  nicht  herruntergehen.Schliesslich hoerte er auf zu wischen und  schaute ganz traurig  vor sich hin .Und  fast haette er  sogar weinen muessen.Aber zum  Glueck war die grosse weisse  Winterwolke schon ueber dem  Berg angekommen.Sie flog  jetzt ganz tief ,weil  es  hier viel waermer  war als im  Winterland .Nur  die  Menschen meinten es  sei  sehr kalt..Und  als   sie  so  niedrig ueber  die  hohen  Berge  dahinflog da  beruehrte  sie  manchmal  ganz leicht  mit  dem  Bauch die  Spitzen der hohen dunkelgruenen  Tannen und  Fichten,die   an  den  Berghaengen wuchsen.. „Huch“,rief  sie  dann und schuettelte  sich ,“wie  das  kitzelt,nein,wie  das kitzelt!“Und,dann als   sie  gerade  aus  einem  engen Tal herrausflog  konnte sie nicht  mehr lange an  sich  halten und musste  lachen.Und weil  sie   so  lachen  musste,schuettelte  sie   sich .Und   so fielen von  dem  schuetteln  weil sie   einfach  nicht  mehr aufhoeren  konnte zu  lachen,alle Schneeflocken herraus.Die  meisten  von  ihnen waeren  eigendlich  noch lieber    in  der  Wolke geblieben .Nur  Max freute   sich  natuerlich,denn jetzt  konnten  sie  nicht mehr mit  ihm  schimpfen  und  ihn wegen der  schwarzen  Farbe verspotten.Und  waerend  nun  die  viel leichtere Winterwolke davon schwebte ,sah  sich  Max erst mal  in  aller Ruhe  die  Gegend  von oben  an.

Max sah  die  breiten,mit  Tannen  bewachsenen  Berghänge und   dazwischen  ein  Tal.Hier  war  es  noch  schmal ,aber  es  sah  aus ,als  ob  es  bald breiter  würde..Und  während  alle Schneeflocken  versuchten, so  schnell  wie  möglich  aus   seiner  Nähe weg zu kommen ,tanzte  Max mal  auf  und  mal  nieder und  liess sich  erst  einmal  in  aller  Ruhe von  dem  stiller gewordenen Winterwind das  Tal hinunter tragen .Und   was   er   da  zu  sehen  bekam !Ja,so  etwas  hatte  er  natürlich noch  nie  gesehen .Viele  grosse  rechteckige  oder  quadratische Kästen,die  Öffnungen  hatten,aus   denen  Lichtschein nach  draussen drang.Das  musste   eine der Städte der  Menschen  sein dachte  Max .Von  denen  die   anderen  Schneeflocken so  viel  erzählt hatten,weil  sie   sich  davor  fürchteten.Dort  wollte er  hin.. .Gesagt,getan.Er  legte   sich  manchmal im  Flug ein  wenig schräg und   dann wieder  gerade;und   endlich  hatte er tatsächlich die  Stadt  erreicht und   schwebte  genau über  den  Dächern und  Strassen.Und   von  hier  oben aus konnte   er   auch  die  Autos sehen mit ihren  Lichtern.Und   die  Menschen  auf  den  Gehsteigen.Lustig  sahen  die   aber   schon  aus .Manche  trugen kleine  runde  Dächer über   sich .Aber   die  meisten  hatten  Hüte und  Mützen auf,so  das  man  ihre Gesichter  gar nicht  sehen  konnte. Max wollte   sich  das  alles  erst einmal  in  Ruhe ansehen. .Er  beschloss  deshalb  auf  einem der  Dächer zu landen, auf  dem  schon eine  Menge   anderer Schneeflocken  lagen .Aber   kaum  hatte   er  sich  nieder gelassen ,um  sich  erst  einmal  ein  wenig  auszuruhen,da  fing  das  Geschrei  schon  wieder  an :“Mach  das  du  weg kommst!-Du  bist  ja  ganz  schwarz!Pfui,wie  kann  man  nur  so  aussehen!So eine Schneeflöcke  wollen  wir nicht.“Sie   schrien so  lange ,er  solle  fort gehen ,bis   Max es einfach  nicht  mehr aushielt.Na gut ,dachte   er   sich ,dann  eben  nicht .Und  vorsichtig  rutschte   er  bis  zu  dem  Rand  des Daches .Dann  liess   er  sich über   die  zugeschneite Dachrinne  auf  einen herrab hängenden  Eiszapfen rutschen .Dabei  nahm  er  ordentlich   Schwung ,denn  ein  wenig  fürchtete  er   sich  doch ,einfach   auf  den  Gehsteig zu  landen  und  vielleicht  zertreten  zu  werden .So  vorsichtig  er  konnte ,schwebte   er  nach  unten  .Aber,obwohl  es viel  Spass  machte ,beim  Fliegen in  die  erleuchteten Fenster  zu  schauen und   den  Menschen  dahinter  zuzusehen ,musste  er doch  immer   wieder  nach  unten  schauen .Endlich  ,er   war  fast  schon  ganz unten angekommen  ,flog  er an  einer  hell  erleuchteten  Schaufensterscheibe .vorbei

Dahinter   gab  es  lustige    Stofftiere und   Bälle und   sogar   eine  Trommel  zu  sehen .

 

Max lernt Peter kennen  und  mag  ihn  gar nicht

 

Beinahe hätte Max  nicht  aufgepasst und   wäre   doch  auf  den  Gehsteig gelandet ,so   sehr  schaute   er  auf  die  Dinge in  dem  Schaufenster.Aber   dann  sah er  zu  Glück eine    Frau mit  einem leuchtend roten Hut vor   dem  Fenster   stehen.Er  nahm  einen  guten  Schwung  und  flog  elegant  genau   auf  die  Hutkrempe .“Puh“,dachte er   erleichtert,“das  hätten wir  für `s erste mal  geschafft.“Und  weil  die  Frau  genau  vor   dem  Schaufenster   stehen  geblieben   war,konnte   er  sich  nun  auch  in  aller  Ruhe  all die  vielen  Dinge  ansehen. Aber plötzlich hörte   er   eine  Stimme rufen :“Oh,Mama ,bitte   lass  mich  die  schwarze   Schneeflocke  von  deiner  Hutkrempe nehmen!“Weil  er  so  sehr  all  die  Dinge  in  dem  Schaufenster  betrachtet hatte ,hatte  Max den kleinen  Jungen  der  neben  der  Frau  stand ,gar nicht bemerkt.“Aber , Peter  „,sagte   die  Frau.“Das  ist  doch  Unfug,schwarze  Schneeflocken  gibt  es  doch  gar nicht .Alle  Schneeflocken  sind  weiss.“-„Ja,schon „ sagte Peter,“aber  ich  sehe   doch  genau  das   auf  deiner  Hutkrempe eine  schwarze  Schneeflocke  liegt .“Peters Mutter seufzte ,aber   weil  sie   schon wusste ,das es keinen Zweck hatte ,mit Peter  zu  streiten ,wenn er  sich etwas  in  den  Kopf gesetzt  hatte ,beugte    sich  herunter  und  nahm  vorsichtig  ihren  roten  Hut  ab .Nun war  sie   doch  neugierig  geworden und   wollte   sehen,ob  das  mit  der schwarzen  Schneeflocke   stimmte.Sie  hielt  den  Hut  in  der  Hand  und  beugte   sich  zu  Peter  vor,

der  mit  dem  Finger   auf  die  Hutkrempe  deutete :“Schau,da  ist  die   schwarze  Schneeflocke !“ rief  er  und   wollte   danach  greifen .Und   wirklich ,genau  am  Rand  der  Krempe  lag  tatsächlich eine  schwarze  Schneeflocke.So  etwas  hatte  Peters  Mutter  noch  nie  gesehen .Der   einzige   der   sich  darüber  gar nicht  freute ,war  Max.Er  sah   schon  Peters  Hände   auf  sich  zu  kommen .Und wenn  alles  stimmte  was  er  über  Schneeflocken  wusste ,dann  würde   er  im  Nu  schmelzen  wenn  Peter  ihn  anfasste .Also  nichts   wie   weg .Er   machte   einen  Satz  in  die  Luft ,eine  kleine  Kurve   nach  rechts  und   war   Peter  entkommen .Aber   so  leicht  gab  Peter   nicht  auf .Schon  war  er  hinter  ihm  her .Und   so  sehr  Max sich  auch  anstrengte ,er  konnte   nun  mal  nicht  sehr schnell  fliegen .Und  bald  würde ihn Peter  doch  eingeholt  haben  und   ihn  anfassen .Max hatte    entsetzliche  Angst .Er   wünschte  er  wäre   auf  dem  Dach  geblieben ,egal  wie   sehr  die   anderen  Schneeflocken  auch  schimpften .Aber   das  war  nun  nicht  mehr  zu  ändern . Immer  wieder  schlug  er  eine  neue  Richtung  ein um  Peters Händen  zu  entkommen .

          

Hedwig mit  den  goldenen Haaren

Und  während  er   sich  um  seine  eigene Achse  drehte und  einen  kleinen  Kreis nach  unten  flog, sah er  plötzlich zwei  leuchtende grüne Augen zwischen vielen  goldenen Haaren vor   sich .“Uff,dachte er ,“ hat keinen  Zweck,noch  so  einer.“Und  er liess sich  einfach  zwischen  den  goldenen Haaren nieder.Aber  kaum  war  das  geschehen ,da ging`s erst  richtig  los .Als  Peter  nämlich  sah ,das   die  schwarze Schneeflocke Max auf  dem  Kopf  der  goldgelben Katze

Landete ,die   in  der  Türöffnung  sass. Wollte   er  nach  der  Katze  greifen .Das   aber  gefiel  Hedwig,  der  Katze ,ganz  und  gar nicht.Also  machte   sie   einen  Satz  zwischen  seinen  Beinen  hindurch  und   war   auch  schon  um  die  Hausecke  verschwunden.

„Schade ,“rief  Peter „ beinahe  hätte   ich  sie  gehabt.

Er ging zu seiner Mutter  zurück,die   noch  vor   dem  Geschäft mit  den  vielen  Tieren  aus  Pelz und  all den  anderen Dingen wartete „Aber  die  Katze   war  auch  ganz  schön“.So eine Katze möchte   ich  schon  gerne .“Peters  Mutter  musste  lachen .“Was  möchtest du eigentlich nicht  alles haben?“fragte   sie.

„Na “:sagte  Peter ,“jedenfalls  eine  goldene Katze  und  eine  schwarze  Schneeflocken.So etwas  hat  keiner    in meiner  der  Klasse .“-So jetzt  ist  aber Schluss „ ,sagte  Peters Mutter ,“komm  ,wir  müssen  nach  Hause  gehen .Es  ist    schon  spät ,du  muss  noch  dein  Zimmer  aufräumen und  essen ,und  dann  darfst  du noch  ein bisschen   mit  mir zusammen fernsehen .“-„Oh ,ja !“rief Peter .Er  fasste die  Hand  seiner  Mutter ,und  gemeinsam  gingen  sie erst  durch  die  hell erleuchteten Strassen und  dann  durch  die  kleineren ,bis  sie  schliesslich  in der  Sternschnuppengasse vor   dem kleinen  Haus  mit der  gelben Tür ankamen ,das die   Nummer 63 hatte und  in  dem  sie  wohnten .Peters  Mutter  schloss   auf und  hängte  ihren  roten  Mantel auf  den  Haken ,dann  den  roten  Hut .Dann  nahm  sie Peter seine  Jacke und  seine Wollmütze ab .“So,“ sagte  sie ,“schnell  lauf  hinauf und   räum  auf ,ich  werde   das  Essen  richten .Und  in  20 Minuten  komme   ich  nachschauen ,ob  auch  alle Spielsachen ordentlich in ihren  Schachteln  liegen .Die  müssen schliesslich  auch irgendwann einmal schlafen.“-„Ja,ja !“rief  er zurück ,und   war  schon  die  Treppe hinauf  gelaufen. “Und  vergiss  nicht ,deinen  Schulranzen  für  morgen  zu  packen ,in  der  Früh ist  dafür keine  Zeit !“ rief  ihm  seine  Mutter  noch  nach .Peter   war  schon  oben  auf  dem  Treppenabsatz angekommen und  öffnete  die  Tür  zu  seinem  kleinen  Zimmer .“Oh ,je“,dachte  er ,als er  die  Tür  öffnete .Er  hatte   schon  wieder vergessen , das Fenster zu schliessen,  denn schon  hörte  er  seine  Mutter die Treppe herauf kommen

.           Max und  Hedwig  schließen

Freundschaft

„Peter“, rief  sie,“hast  du schon wieder das  Fenster offen  gelassen ?“Er   antwortete  nicht und  fasste   nach  dem  Vorhang, der  vom  Wind  zum  Fenster hinaus gezogen  wurde , als  plötzlich  neben ihm Hedwig , auf  deren  Kopf  noch  immer der kleine, schwarze  Schneeflock  Max saß ,auf  den  Boden  sprang und    wie    der Blitz  unter    dem  Bett verschwand   .Schnell  verschloss  Peter das  Fenster. Dann  bückte   er   sich ,um  unter   das  Bett  zu  schauen .Tatsächlich ganz  hinten  sah  er   die  goldgelbe Katze sitzen ,die  ihn  mit  ihren grünen Augen  neugierig  ansah .“Was   ist  denn  da  unter dem  Bett ?“fragte   auf  einmal  seine Mutter,die  in  der  Tür stand .“Ach ,nichts, “sagte Peter  schnell . „Mir  ist mein  Ball  unters  Bett  gerollt .-„Na gut „,sagte  seine  Mutter  und  ging  wieder  hinaus .Peter  machte  schnell  die  Türe  zu und  legte   sich  dann vor dem  Bett auf  den Bauch.

„Hallo  Katze“,sagte   er  ganz  leise  und  versuchte   mit  der  Hand nach  der  katze  zu  greifen.Aber  Hedwig  fauchte   ganz  wild.Und   weil  er   schon  wieder seine  Mutter rufen  hörte ,sagte   Peter  schnell :“Nicht  böse   sein,ich  komme  bald  wieder. Und   dann bringe  ich  dir auch  etwas   Milch  mit .“Dann  stand   er  auf ,räumte ,so  schnell  es  eben  ging,  ein    wenig  auf  und  lief  die  Treppe  wieder  hinunter .Heute  Abend musste sich  Peters   Mutter aber   schon  sehr  wundern .So  schnell  hatte Peter  noch  nie  gegessen .Aber  vielleicht  lag  es ja   auch  daran  ,das   es heute  Abend  rote   Grütze  mit  Vanillesoße  gab .Denn  das    war  Peters  Lieblingsspeise .Irgendwie kam  es  ihr aber   dann  doch  recht  seltsam  vor ,das   er  nicht  nur   so  schnell  gegessen  hatte ,sondern  sich  auch ohne  Aufforderung  ins  Badezimmer verzog ,sich  wusch ,seinen  Schlafanzug  mit  den  roten  Punkten  anzog und   sich offensichtlich sogar  in  bester   Laune  ,die   Zähne  putzte .-

Oben in  Peters  Zimmer  war  Hedwig  inzwischen  wieder  unter dem  bett  hergekommen  und   saß nun  auf dem  Bett ,weil  es   da  besonders  schön weich  und    warm war .Sie  schüttelte heftig  den  Kopf ,weil  sie   nicht  wusste ,wie sie   aus  dem  verflixten Zimmer   wieder  heraus kommen   sollte.

Dabei flog Max in  die  Höhe und   schwebte dann  langsam  wieder  herunter .Neugierig  sah  Hedwig  ihn an .“Wer bist   du  denn  ?“fragte sie . „Ich  bin  Max“ ,sagte  Max mit  feiner  Schneeflockenstimme „Und ich  bin  ein Schneeflock  .“-„ Du, ein Schneeflock ?“Hedwig schüttelte den  Kopf und   legte  ihn  dann  schief ,um  Max mit  ihren  grünen Augen  an zusehen .“Dann  bist   du  aber  eine ganz  besondere Schneeflocke  ,denn  ich  habe   noch  nie  eine   schwarze Schneeflocke  gesehen .“- „Nun ,“sagte   Max ,der  um  alles  in  der  Welt  zugeben  mochte ,das   er   eigentlich nur   aus  Versehen  schwarz   war ,“ dann  bin  ich  eben ein  besonderer  Schneeflock .“-„Aha ,“sagte   Hedwig ,“und   wie kommst du bitte hier her?“ -„ Na, mit   dir ,“sagte Max . „Mit  mir ?“.Da  musste   Hedwig  aber staunen .- „Ich habe mir  erlaubt ,die  ganze   Zeit auf   deinen  Kopf  zu  sitzen“ ,sagte Max vorsichtig .Und   schnell fügte   er  hinzu :“Du  kannst  aber   sehr   schnell  laufen , viel   schneller   als der  dumme große  Hund  , der  hinter   dir   her war .“ –„Tja“, Hedwig war  ordentlich  stolz über   dieses  Lob  ,“im Laufen schlägt  mich so schnell  kein Hund .“ –„Und im  Klettern auch  nicht“ ,fügte   Max  hinzu .“Also  wie   du  die  grüne  Regenrinne  hinauf geklettert  bist, das   war ganz  toll .“- „Da musstest  du  dich  wohl ganz  schön  festhalten ?“fragte Hedwig .Dann  aber  legte   sie wieder den  Kopf schief  und   schaute zu  Max auf ,der vorsichtige Kreise  vor  ihrem  Gesicht  flog. “Sag mal  „ ,fragte   sie ,“wie  kommt  es   denn das   du  noch  gar nicht  geschmolzen  bist ?Hier   drin ist  es   doch  eigentlich  viel  zu  warm  für  Schneeflocken .“Max  hielt  plötzlich  im  Fliegen inne.“ Meinst   du  wirklich ,das es zu warm ist?“ fragte   er .“Komm  mal  her“, sagte   Hedwig und   streckte  vorsichtig  die  Tatze   aus .Max  schwebte   ganz  langsam  herunter und   setzte   sich  auf  die  goldenen  Haare  auf  Hedwigs Tatze .“Die   sind so schön weich  „ , sagte  er .“Also , jetzt  müsstest  du  gleich  schmelzen „ , sagte Hedwig .Erschrocken  flog  Max  wieder  hoch  .Dann  ließ er   sich  langsam  wieder herunter .“Vielleicht hängt es   damit  zusammen, das   du  eine   schwarze  Schneeflocke  bist „ ,sagte Hedwig .-„Schneeflock“ ,

sagte   Max ,“Schneeflock ,bitte ,ich heisse   schließlich  Max .-Aber  vielleicht hast   du  ja   recht ,ich  finde   es nämlich  auch schon  ziemlich  warm  hier ,aber   ich  habe  nicht  das  Gefühl  ,das  ich  schmelze .“-„Vorsicht“, rief  Hedwig  plötzlich und   war  mit  einem  Satz  wieder  unter   dem  Bett verschwunden .Er  kommt !“- Max  flog  so  schnell  er  konnte ,zur  Vorhangstange hinauf und   setzte sich  darauf.

8. 

6.           Peter lernt fliegen

Und tatsächlich gleich  darauf  ging die Tür auf . Peter  kam  herein und   drehte  das  Licht  an .Er  lauschte  noch  einen  Moment  an  der  Tür ,dann  drehte   er  sich  um  und  ging  zum  Bett .“Ich weiß das  du  da  unten  bist,  Katze“ ,sagte er . In  der   einen  Hand  hielt  er  vorsichtig  eine  kleine  Schüssel  mit  süßer  Milch  .Die setze er  nun sachte vor   das  Bett .Aber  immer hin einen  halben  Meter   davor .Irgend wann  dachte   er ,würde die  Katze   schon  hervor kommen .“Sie  heisst  Hedwig“, sagte da   auf  einmal  eine kleine  Stimme von  oben .Peter   drehte   sich  erstaunt um und   sah  nach  oben.

„Hier bin  ich“, sagte   die Stimme   wieder .Und   als  Peter  nun  zum  Vorhang hinauf  schaute :Tatsächlich  da  oben saß die   schwarze  Schneeflocke .“Ich  heiße übrigens Max“ , sagte Max und  flog elegant von  der  Vorhangstange weg und  genau  vor  Peters  Gesicht  .Peter stand wie erstarrt da und  sah  ihm  zu .Erst  als  er ein leises Geräusch neben  seinen Füssen hörte ,drehte  er  sich  um .

Hedwig saß vor  der  kleinen  Schüssel und schleckte   die  süße Milch mit  ihrer  roten Zunge auf .Sie  drehte   den  Kopf  schräg und  sah  Peter  an .“Das  schmeckt aber  sehr  gut“, sagte sie .Peter  hockte   sich  auf  den  Fußboden

Und  sah  Hedwig  an .“Darf  ich  dich  mal  streicheln ?“ fragte er.“ Warum nicht ?“ Hedwig stand  auf und  kam  zu  ihm .Vorsichtig  streichelte Peter  nun das  goldgelbe  Fell auf  dem  Rücken .

„Hinter  den  Ohren“ ,sagte Hedwig, „hinter   den  Ohren ist  es  besonders  gut –ah ,ja so ,genau so“ .Und sie  begann  leise  zu  schnurren .Während dessen war  Max wieder  herunter  geflogen und  hatte  sich  wieder auf  Hedwigs Kopf  nieder  gelassen , genau  über den  Augen .“Mich  brauchst  du  nicht  zu  streicheln“ , sagte er .Ich  bin  übrigens der  einzige  schwarze Schneeflock ,den es  gibt .“Peter sah  ihn  an .Dann  sagte er :“Du  bist  sehr  schön .“-„Bist  du  schon im  Bett?“ hörten sie  auf einmal Peters  Mutter  von unten  rufen .Und  dann  kam  sie  die Treppe  herauf .“Schnell ,versteckt  euch !“rief  Peter .Wie  der Blitz war  Hedwig unter   dem  Bett verschwunden,

und Max flog  schnell  wieder  hinauf auf  die  Vorhangstange .Peter  schlüpfte  so  schnell  er  konnte unter   die Bettdecke .Da  kam  auch  schon  seine  Mutter herein .Sie  schaute  sich um ,dann  setzte  sie  sich auf  den  Rand von  Peters  Bett .“Komisch“,sagte  sie, „ich habe  mir  eingebildet ,du  hättest mit  irgend jemand  gesprochen.

„Ich“ ?Peter  versuchte   so  erstaunt wie  möglich  auszusehen .“Mit  wem sollte  ich  denn sprechen?“ – „Ich  weiß auch  nicht“, sagte seine  Mutter ,es war  sicher  nur  ein  Irrtum .Vielleicht  war  es  ja  auch der  Fernseher.“Aber  da  musste  Peter auf einmal schrecklich  husten ,denn  er  hatte  gehört ,wie  Max ,der  nicht  mehr  an  sich  halten  konnte ,gekichert hatte .Zwar nur ganz  leise ,aber  immerhin ,man  konnte  es  ganz  deutlich  hören .Zum  Glück hatte seine  Mutter nichts  gehört .“Du  wirst  dich  doch  nicht erkältet haben ?“ fragt sie besorgt .- „Nein , nein“, sagt  Peter schnell .“Irgend etwas  hat  mich  im  Hals gekitzelt .“ – „Na gut“, seine Mutter  streichelt ihm über  die  wirren  Haare .“Wolltest  du  nicht   noch  ein bisschen fernsehen ?“ – „Eigentlich“, Peter versuchte möglichst echt zu  klingen ,“eigentlich  bin  ich  heute schon  sehr  müde .“- „Wie  du  willst,“ sagte   seine  Mutter und schüttelte  den  Kopf .So  war  Peter selten .Sie  stand  auf .“Na ,dann schlaf gut und  träum was  schönes“, sagte sie ,während sie  zur  Tür ging und  das  Licht  löschte .

Noch immer  kopfschüttelnd stieg  sie  die  Treppe hinunter .Hoffentlich war  Peter  nicht  krank  geworden . Sonst  ging er  doch  nicht freiwillig ins  Bett. Zum Glück konnte  sie  nicht sehen ,das Peter kaum das  sie aus  dem  Zimmer  war , schon wieder aus  dem  Bett  gesprungen war und  sich  hin kniete.

„Du kannst  heraus kommen“,sagte  er  zu  Hedwig .Max  war  wieder  von  seiner  Vorhangstange herunter geflogen und  setzte  sich  auf  Hedwigs Kopf .“Darf ich  dich  auch einmal  anfassen ?“ fragte Peter .-„Aber nur  wenn  du ganz vorsichtig bist“, sagte Max mit  seiner hellen Stimme .“ Ich werde aufpassen“, sagte  Peter und  hielt  die  Hände vorsichtig  in  die  Höhe .Max flog  von  Hedwigs Kopf weg und  beschrieb zuerst  noch  einen kleinen  Kreis ,ehe  er zwischen Peters Hände flog .Peter schloss  die  Hände über  Max .“Heh“, rief Max ,“Nicht  so  fest  drücken !“Er  wollte  schnell  weg fliegen weil  ihm  zwischen den  beiden  Händen doch  unheimlich  wurde .Aber  da  hörte  er  auf  einmal wie  Peter ganz erstaunt ausrief :“Ich fliege  ja !Ich fliege! Und  tatsächlich er  schwebte  schon ein ganzes  Stück über  dem  Fußboden . Erschrocken öffnete er die  Hände .Und - plumps saß er  auf  dem  Boden .Hedwig  war  schnell  auf  das  Bett  gesprungen und sah  ihn  ganz  erstaunt an .Dann musste  sie  lachen ,

weil er  so komisch aussah .Aber  Peter  hatte  sich  schnell von  seinem Schrecken erholt .“Komm  Max sagte  er „ lass  uns  das  noch  einmal probieren.“ Max flog  vorsichtig herbei.

„Aber mach  die  Hände nicht so  fest  zu“, sagte er .Ganz sanft hielt  Peter  seine Hände zusammen , und  Max flog  dazwischen .“Und jetzt flieg  langsam  in  die  Höhe“, sagte Peter .Max flog  ganz langsam los .Und  tatsächlich ,Peters  Füße hoben sich ein  kleines  Stückchen vom  Fußboden ,zuerst  nur  ein  paar Zentimeter ,dann waren es  schon  zehn .“Das  ist  toll“, sagte  Peter.“ Kein Problem“, Max war  furchtbar stolz .“Achtung“, rief plötzlich Hedwig .Aber  da  war  es  schon  zu  spät .Das    Licht  ging  an und  Peters Mutter stand  in  der  Tür. “Also Peter“, sagte   sie ,“ich  dachte, du wärest müde und  jetzt  springst  du  herum – und   auch  noch im Dunkeln.

Peter  stand  ganz erschrocken da .Aber    er  war  weniger erschrocken  weil  sie  rein gekommen  war, sondern weil  er  fürchtete sie  könnte Max entdecken ,der  ihm  schnell wieder  herunter gelassen  hatte als  das  Licht  anging.

Aber da  auch  Hedwig wie  der Blitz unter die  Decke  gekrochen  war ,hatte   seine  Mutter  doch  nichts  gemerkt .Es  war  zwar ein  wenig schwierig die  Hände  immer  so  zu  halten , das seine Mutter Max  nicht sehen  konnte ,aber      Peter  schaffte  es  trotzdem ,ins  Bett  zu  kommen .“Ich habe  nur  etwas ausprobiert“, sagte  er .Und das  war  nicht gelogen .“Na, gut“, sagte   seine  Mutter ,“aber jetzt  wird  geschlafen .“

Sie  ging  zum  Fenster und  prüfte ,ob  es   auch  fest geschlossen  war. “Es  wird  eine  kalte Nacht werden“, sagte sie, „Der  Himmel ist  ganz klar, man  kann alle Sterne sehen .Dann  ging  sie  wieder  zur  Tür .“Gute Nacht ,Peter“, sagte sie und  löschte  das  Licht .Dann  hörte  er wie sie  die  Treppe hinunter stieg .Also krank , ist  er  bestimmt  nicht ,dachte   sie und  setzte  sich  beruhigt ins  Wohnzimmer ,um weiter an  dem  roten  Pullover zu  stricken,

den Peter zu Weihnachten bekommen

sollte .

9.„Seid  ihr  endlich fertig“ ,rief Max schon ganz  ungeduldig .“Schaut  euch  bloß mal  den  Himmel an!“ Peter  schaute aus  dem  Fenster zum  Himmel hinauf .Wirklich, es war sehr  schön ,So  viele Sterne hatte  er  selten gesehen .“Na ,kann es  endlich  los gehen?“ Max flog ungeduldig vor  Peters  Nase herum .“Gut“ , sagte Peter .Ein ganz  klein wenig Angst hatte er  schon dabei .Aber  das wollte  er  natürlich  nicht  zu geben .“Aber  flieg  ganz  langsam“ , sagte er  noch ,bevor sich  Max auf die Quaste der  Pudelmütze setzte .Und  bitte flieg kleine  Kreise !“rief Hedwig, „ich  weiß nämlich nicht ,ob  ich  mich  dann genug festhalten  kann, ohne  Peter  zu  kratzen!“ – „Nun seid doch nicht so ängstlich !“sagte Max .“Laßt  mich  das  nur  machen .Ihr  werdet sehen ,FLIEGEN IST WUNDERSCHÖN .“

6.           Fliegen ist  wunderschön

„Was  sagst  du  dazu ?“ fragt Peter  Max ,der nun  vor  ihm  auf  der  Bettdecke saß ,es  funktioniert.“ Hedwig  kroch  vorsichtig unter   der  Decke  hervor und  rollte   sich  zu  Peters  Füßen  ein , während  sie  Peter und  Max mit    ihren  klugen , grünen Augen betrachtete .Dann  sagte   sie :“Ich  denke,

es  funktioniert  auch , wenn Max in  Peters Hosentasche  steckt oder  in  der  Brusttasche des  Schlafanzugs .“ Schnell war Peter  wieder  aus  dem  Bett und    steckte Max vorsichtig  in  seine Brusttasche .“Los“, sagte er  leise . Tatsächlich ,es funktioniert .Jetzt  konnte  er  sogar  die  Hände  frei  bewegen .Er  setzte  sich  auf das  Bett . Max flog zwei  Runden und  ließ sich dann  zwischen  Peter und Hedwig nieder .Hedwigs Augen funkelten. “Und  was habt ihr jetzt  vor „?fragte sie .“Ihr heckt  doch  irgend etwas  aus ,nicht wahr? “- „Ich möchte

so gerne  einmal  die  Stadt von  oben  sehen“ ,sagte Peter.“ Hast  du  denn  gar keine Angst  so  hoch  zu  fliegen ?“fragte Hedwig ?“Bei  mir  braucht er  doch  gar keine  Angst  zu  haben“ ,sagte Max .“Also  ich weiß nicht“, sagte Hedwig „ganz  geheuer ist  mir  das  nicht ,“ –„Nur  ein bisschen“

,sagte  Peter“ ,du kannst  ja mitkommen“ ,rief  Max.

„Mir  macht  das  nichts  aus .“ – „Ich soll  auch fliegen?“ Hedwig stand  auf .“Also“ , sie zögerte  einen  Moment ,“warum eigentlich  nicht?“ – „Also

los!“ rief  Peter und  stand  auf .“Aber ganz leise“ ,sagte er und  ging zum Fenster .Vorsichtig schob er  den  Vorhang beiseite ,so  das  es keinen  Lärm machte .Dann öffnete er  einen  Fensterflügel und  danach  den  anderen ,“Puh“ ,sagte Hedwig,“es  ist  ganz  schön kalt draußen .Nimm  dir  lieber  einen  Schal und zieh auch  deine  Pantoffeln an ,sonst  wirst  du  dich  noch  erkälten.“ – „Gut“ ,sagte Peter und  ging  zum  Kasten .Er  holte  Schal  und  Pantoffeln heraus .Dann  band  er  sich  den langen  Wollschal um  den  Hals und zog  die  Pantoffeln an. Im  Vorbeigehen setzte er  sich  noch  die  Pudelmütze  auf .“He , lass  mal  probieren“ ! rief  Max .Er  setzte   sich genau auf die breite  Quaste

der  Pudelmütze und  flog ein wenig in  die  Höhe .

Und wirklich ,Peter  flog  mit .“Das ist  gut“ ,sagte Max,“ da brauch  ich  wenigstens  nicht in irgend einer Tasche zu  sitzen .Da  sieht  man ja  gar nicht, wo man hin fliegt .“- „Hopp“ ,sagte Peter zu  Hedwig und  setzte  sich  auf  den  Bettrand Vorsichtig sprang  Hedwig  auf  seine Schultern.

„Da  bräuchte  ich  ja  gar keinen Schal“, sagte Peter,“ so warm bist  du!“ Hedwig blies  ihm  ins  Ohr und  lachte .“Nicht“, rief er ,“ich  bin kizlig“,-

 

10. Kann man denn gegen den Sternenfresser gar nichts machen?“ fragte Peter . „Ich meine ,ihr könnt doch alle auf ihn losgehen und ihn verjagen?“ – „Ja ,das  stellst du  dir so leicht vor“ ,sagte der  Sternenmacher .

6.           Der  ganz kleine Christbaum

Und  dann  flog  er  los .Zuerst hoben  Peter und  Hedwig  sich  nur  langsam .Aber  dann  ging es  immer  schneller .Sie flogen  durchs offene  Fenster und waren  schon über dem  Dach  angekommen.“ Ist  das  schön !“ rief  Peter .Sie  schwebten  langsam über   die  verschneiten  Dächer und  konnten unten  in  den Straßen sogar  manchmal  ein Auto vorbei fahren  sehen .“Flieg  mal  wieder  in  die  Mitte der  Straße“ , sagte Peter, dann kann  ich  besser  in  die  Fenster  sehen .“ – „Bist  du  aber  neugierig“ ,sagte  Max ,aber  er  flog  trotzdem über die  Straßenmitte .Und wirklich jetzt  konnten sie  in die  Fenster  sehen .Manche  waren  dunkel andere gelb erleuchtet .Bei manchen  waren  die  Vorhänge zu gezogen ,bei  anderen  aber  konnte  man  hinein sehen .Überall wo  sie  in  die  Fenster sehen konnten , sahen  sie  Menschen die gerade  beim  Essen waren oder vor  dem  Fernseher  saßen.

Aber  viele  waren  auch  damit  beschäftigt Päckchen zu packen oder  Nüsse zu  vergolden oder  aus  Silberpapier Sterne auszuschneiden .“Was  machen  die  denn  da“ , fragte Max .“Na ,sie  bereiten sich  auf  Weihnachten  vor“ , sagte  Hedwig und  legte  vorsichtig ihren  langen buschigen Schwanz um  Peters  Hals .“Aha“ ,sagte Max .Eine  Weile  flogen  sie  dicht über  den  Dächern die  Straße entlang .Aber  dann  wurden  die Straßen schmaler ,die  Lichter und buntbeleuchteten Schaufenster seltener .Auch  die  Menschen hinter  den  Fenstern hatten hier weniger Pakete .Und  schließlich als  die  Stadt fast  zu  Ende war kamen sie zu  einem ganz  schmalen Gässchen ,deren  Häuser  noch  viel  kleiner waren als  das  von  Peter .Sie  wollten schon  umkehren als  Peter in einem der letzten  Häuser Licht entdeckte .“Laß uns  noch  dorthin fliegen“ , sagte er  zu  Max .“Ich  möchte  sehen  was  es  dort  gibt .“ Also flogen  sie  im  Schutz der  Dunkelheit dicht an  das  kleine  Haus heran und  schauten durchs Fenster .In einem ganz spärlich beleuchteten Raum saßen  zwei  Erwachsene :Ein Mann und  eine  Frau in  Mänteln an  einem  Tisch .Vor ihnen auf  dem  Tisch stand  ein  ganz  kleiner ,wirklich  ein  ganz kleiner  Tannenbaum der  nur  zwei  oder  drei Äste hatte ,

an denen auch  kaum  Nadeln waren .“Meinst  du  es  wird so  gehen?, fragte die  Frau .“Ich  weiß nicht“ , sagte  der  Mann , „Wenn wir  wenigstens  zwei  oder  drei Äpfel hätten oder einen ganz kleinen Stern , um  den  Baum zu  schmücken .So, schaut er  ja  noch  nicht  mal  wie  ein  Christbaum  aus .“- „Ach ,das  macht  nichts“ , sagte die  Frau „Ich  glaube Katharina wird es  auch  so  gefallen . Wenigstens haben  wir ein paar Stücke Holz und genug  Kohle um an  Weihnachten einzuheizen,

das  ist  die  Hauptsache .“- „Ja ,da wirst  du wohl  Recht haben“ , sagte der  Mann .“Komm lass uns schlafen  gehen .Es  ist  schon spät geworden .“

Sie  standen auf und  löschten die  kleine Lampe ,

die  bis  jetzt geleuchtet hatte .“So ,was“ ,sagte draußen vor  dem  Fenster Max .“Alle anderen haben  so  viele Pakete und  Sterne .Das finde  ich  aber sehr  ungerecht „ – „So ist  es  nun mal  auf  der  Welt“ ,sagte Hedwig  leise  an  Peters Ohr. „Es gibt welche , die haben viel ,und  andere ,die haben sehr wenig .“- „Ich finde es  aber  trotzdem sehr ungerecht“ , beharrte Max .“Wollen wir zurück fliegen ?“fragte  Peter .“Von  mir  aus“ , sagt Max .

11.    Sternschnuppe Sonja

Also flogen  sie  zurück .Diesmal aber  ein wenig  höher denn  Max wollte  doch gerne  ausprobieren, wie hoch  er  fliegen konnte .Hedwig klammerte  sich fest an  Peters Schal an ,und  auch  Peter wurde  schon ein wenig unheimlich , als  sie  unter  sich die Sternschnuppengasse entdeckten .Max  wollte  gerade  wieder  tiefer fliegen ,als  plötzlich über ihnen eine laute Stimme rief :“He, ihr da !Wer  seid  denn ihr ?Vor  Schreck hätte  Hedwig beinahe losgelassen .Peter  drehte vorsichtig  den  Kopf ,und auch Hedwig versuchte hinauf  zu  schauen .Aber  erst  als  Max mit ihnen langsam eine  Kurve nach  oben  geflogen war ,konnten sie  sehen ,wer da nach ihnen gerufen hatte .“Aber“ , Peter war vor Staunen sprachlos ,“das gibt es  doch gar nicht .“Was  gibt es nicht  fragte  die  Sternschnuppe die jetzt genau über  ihnen  flog .“Na ,Sternschnuppen“ ,sagte Peter .“Bis  jetzt habe  ich noch nie  eine  gesehen .“So, die  Sternschnuppe drehte sich einmal  elegant  um  sich selbst ,so  das helle goldene  Funken aus  ihrem Schweif sprühten, “mich gibt es  also gar nicht .“-

„Entschuldige“ , sagte Peter,“ es  ist  ja  nur, weil ich ....“- „Weil  du  mich  noch nie gesehen hast .Ich weiß schon“ , sagte die  Sternschnuppe .Also  wollt  ihr  mir  jetzt sagen wer  ihr  seid ?Und  wie  kommt es denn   das  du  fliegen  kannst ?“- „Ich ?“sagte  Peter ,“ich kann gar nicht fliegen .Das  ist  Max , der  fliegt .Er sitzt  auf  meiner  Pudelmütze .Du  musst  genauer  hinsehen .“- „Aha,“ sagte die  Sternschnuppe .“Also, ich heiße Sonja und  wer bist  du?“-„Ich  heiße Peter“ – „Ich  bin  die  Hedwig“ ,sagte Hedwig und  funkelte mit  ihren  grünen Augen .“Und  was  macht  ihr  hier?“ fragte  Sonja .

Wir haben  und  nur  ein  wenig  die  Stadt von  oben angesehen .Das  ist  schon sehr  schön so von oben .Und  man  kann  auch in die  Fenster  hinein sehen“ ,sagte  Peter. Und  dann fiel  ihm etwas  ein .

„Sag  mal  Sonja ,weißt  du  nicht wo  man einen  Stern her bekommen  könnte ?Wir  bräuchten 

einen .“Er  fügte  noch schnell hinzu „Natürlich  nur einen ganz kleinen .Sonja  lachte  und  schüttelte  sich  wieder , das  die  Funken nur sprühten .“Einen  Stern  willst du  haben? Nun laß  mich  mal nachdenken .Na ,vielleicht kann  ich euch helfen .Ich  bin nämlich gerade auf  dem  Weg zum Sternenmacher .“- „Oh , ja bitte !“rief  Peter .“Tja“, Sonja zögerte . „Aber  so einfach ist  das  nicht .Denn zum  Sternenmacher müsst ihr sehr weit hinauffliegen .Ich  glaube  nicht das  Max das  schaffen würde .“Schade“ , sagte  Peter .Oh ,das  schaffe  ich schon“ ,rief da  Max mit  seiner feinen Stimme .“Ach,  du  liebes bisschen“ ,sagte Sonja, der kleine Schneeflock will  zum Sternenmacher.  Das  du  dir da nur nicht  zu viel vornimmst“ .- 

„Erstens bin ich  Max , und  zweitens....und  dann  zögerte .“Na , ja ich  bin natürlich  schon ein wenig müde, jetzt .Mit zwei  Passagieren ist  das  auch  nicht so leicht .Sonja schaute eine  Weile auf  sie hinunter ,dann  sagte  sie :“Vielleicht geht es  ja wenn ich  euch mitnehme .Sie lachte  wieder „Da  werden die  anderen Sternschnuppen aber  schauen,

wenn ich mit  euch ankomme .Sie flog in einer  Kurve um Peter, Hedwig und  Max herum .“Also gut ,ich  denke  es ist am besten wenn ihr euch einfach auf meinem Schweif setzt .Aber  gut festhalten ,denn ich fliege  sehr schnell ,sonst kommen wir  nämlich nie  an,“

12.

.  Beim Sternenmacher

Vorsichtig stieg Peter mit beiden Beinen über Sonja`s  Sternschnuppenschweif .Dann flog  Max von der  Pudelmütze auf Hedwigs Kopf und  hielt sich ganz fest an den goldenen Haaren an .“Uff“, sagte er ,“so ein bisschen ausruhen und   die Landschaft anschauen ist auch ganz gut .“Landschaft ?“Sonja lachte wieder , das schien auch ihre Lieblingsbeschäftigung zu  sein .“Da wirst du nicht all zu viel zu sehen bekommen .Alles  fertig?“ rief sie dann .“Kann es losgehen?“-

„Von  mir aus“ ,sagte  Peter .Aber  das  hätte er   vielleicht  doch  nicht so  leichtfertig sagen sollen. Denn als Sonja  nun  losflog  , da  wurde  ihm  doch beinahe schwindelig .Das  war  schon etwas  anderes als fliegen mit  Max .Huiiiii ,Sonja lachte  wieder und  schoss hinauf in den  dunklen Nachthimmel .“Passt auf“, rief sie und  tauchte in einem rasenden Sturzflug wieder hinunter .“Na , wie  findet ihr  das?“ fragte  Sonja .Peter  hatte  sich von seinem ersten Schrecken erholt ,und  langsam machte es  ihm sogar  Spaß ,so schnell zu fliegen .“Toll!“ rief  er laut ,um den pfeifenden Wind zu übertönen .“Also  dann  wollen wir  mal !“ rief Sonja und schoss  wieder hinauf in  den Himmel ,der voller  Sterne  war .Pfeilschnell flogen sie  nun durch die immer klarer werdende  Luft .Und  wirklich die  Sterne kamen immer   näher und  wurden immer  größer und heller .Nach einer  Weile, es  war  nun  doch schon ziemlich kalt geworden flog  Sonja  mit ihnen auf  eine  große,

ganz leicht gelblich schimmernde Wolke zu die  vor  ihnen schwebte .Erst konnte  Peter gar nichts erkennen ,als  sie in die  Wolke hinein flogen .Aber  dann hörten die  gelbschimmernden Schleier auf .Und  dann blieb ihm einfach die  Luft weg , so sprachlos war er  vor  Staunen .Der gelbe  Schimmer kam nämlich gar nicht von der Wolke selbst , sondern von den vielen , vielen Sternschnuppen ,die im  Innern der Wolke herumflogen ,sich gegenseitig neckten und  mit ihren funkensprühenden Schweifen lange , helle Funkenbahnen zogen .In der  Mitte  der Wolke aber war ein großer Tisch mit allerlei Instrumenten .Er  sah ein wenig so aus wie der  Tisch bei dem alten Uhrmacher , der  in Peters Straße seine Werkstatt hatte . Und  an dem Tisch saß ,in einem großen Stuhl ein alter Mann mit weißen Haaren und  einem dunkelblauen Arbeitsmantel .Als Sonja mit Peter, Hedwig und  Max vor  dem Tisch landete , war er  gerade  damit beschäftigt  ,mit einem feinen Schraubenzieher den  Schweif von einer  Sternschnuppe abzuschrauben .“Grüß Gott“ , sagte Peter leise , denn so ganz geheuer war ihm nun  doch nicht , obwohl der alte Mann gar nicht böse aussah . Da blickte der alte Mann auf .Er  schob seine runde  Brille von der  Nase auf die Stirn .

13.

. Der ganz kleine Christbaumstern

                      

Erstaunt sah der  alte  Mann Peter an ,dem Hedwig noch immer auf der  Schulter  lag .Dann  nahm er  die  Lupe die er sich ins Auge geklemmt hatte , und  sagte  mit einer  tiefen ,weichen Stimme „Na ,so was, solchen Besuch habe ich selten hier .“Wer bist  du denn?“ – „Ich heiße Peter“ ,sagte Peter“.“ Und  das ist Hedwig, meine  Katze“. “Und  ich heiße Max“ ,rief  Max  mit  heller  Stimme und  flog einen  kleinen Bogen genau  vor  der  Nase des Sternenmachers .“Und  was wollt ihr hier?“ ,fragte der Sternenmacher und  schaute  Peter  an ,nachdem  er  sich  seine kleine goldgeränderte Brille auf  seine  Nase  geschoben hatte .“Einen Stern“, rief  Max und  ließ sich genau vor  dem  Sternmacher auf einem abgeschraubten Sternschnuppenschweif  nieder .-„Einfach nur  so?“ fragte der  Sternenmacher .“Wir  wollen  ihn ja  nicht für  uns“ ,sagte  Peter  schnell .Aber in meiner  Stadt haben  wir  ein ganz kleines  Haus  gesehen .Und  in diesem Haus waren zwei  Menschen ,die hatten zwar einen Weihnachtsbaum ...-„Einen furchtbar kleinen !“rief Max wieder .“Nun lass  deinen Freund  doch einmal ausreden ,du schwarzer  Schneeflock , du“ sagte  der  Sternenmacher und  wischte leicht mit einem Pinsel .“Puh ,das  kitzelt „ rief Max und  musste niesen weil ein klein wenig Sternenstaub an ihm hängen geblieben war .“Ja“, sagte Peter“ ,sie haben nur  einen ganz kleinen Weihnachtsbaum ,aber  sie haben keinen Stern ,um ihn zu schmücken .Für  Katharina musst du wissen.“ „Aha“ ,sagte der Sternenmacher ,“Nun lasst mich mal nachdenken .Er  drehte  sich um und  suchte in einem großen Haufen abgeschraubter Sternschnuppenschweife ,die hinter  ihm lagen .

Endlich brachte  er  einen ganz kleinen Stern zum Vorschein .“Der  müsste gehen“ , sagte er .“Er ist aus irgendeinen Grund  nicht gewachsen ,sondern zu klein geblieben und  deshalb habe ich eigentlich nicht gewusst was  ich mir  ihm anfangen soll .- „Aber ich wüsste es  schon“ ,piepste der  ganz kleine Stern“ . –„Jetzt sei  erst einmal still“ ,sagte der  Sternenmacher und  drehte  sich erst einmal um .-„Da ist nur  ein Problem“ ,sagte  er“ Ein ziemlich großes Problem“ .Er  schob die  Brille  wieder  auf  seine   Stirn und  deutete  in den Hintergrund  der Wolke .Als  Peter  dort  hinsah ,da  sah er  viele, viele Sterne in den  verschiedensten Größen Manche waren ganz golden ,andere  bläulich oder  rötlich und  manche hatten sogar einen grünen Schimmer .

„Und was  ist  das  für  ein Problem?“ fragte Peter .-„Tja“ ,sagte  der  Sternenmacher“ Du siehst ja  die vielen Sterne  die  ich aufbewahren muss .Dauernd  werden es  mehr ,denn Sternschnuppen kommen immer  wieder  nach .Aber  ich kann die Sterne nicht mehr  wieder  an ihren Platz am Himmel werfen .Deshalb müssen sie  hier  warten .Und  ich weiß bald  nicht mehr ,wo  ich sie  unterbringen soll“ .- “ Und weshalb wirfst du  sie  nicht einfach hinaus ?“ fragte  Max mit  seiner  hellen Stimme dazwischen .“Das  ist ja  das  Problem“ ,sagte  der  Sternenmacher und  stützte traurig seinen Kopf in beide Hände .

14.

.   Der Sternfresser lauert

„Ich darf sie  nicht hinaus werfen“ ,sagte  er  nach einer  Weile .“Denn  da  draußen lauert der  Sternenfresser. Und  bis  jetzt hat er  jeden Stern den  ich  an seinen Patz werfen wollte aufgefressen“ .-„Das verstehe  ich nicht ganz“ ,sagte  Peter .Wir  sind  doch   ohne  weiteres herein gekommen“. .Sonja die  noch immer neben ihnen schwebte  lachte  wieder „Ja , hinein kommt man leicht ,aber  nur weil wir Sternschnuppen viel zu schnell fliegen können .Viel schneller  als der Sternenfresser .“- „Da  hat sie recht“ ,sagte  der  Sternenmacher. „Die  Sternschnuppen fliegen ja  noch viel schneller ,als  die Sterne .Deshalb kann der Sternenfresser  sie  auch nicht abfangen .Aber  die  Sterne ,die  muss  ich mit einem Wurf an ihrem Platz am Himmel werfen .Und  bis  jetzt hat er  noch jeden Stern gefangen „.Und  warum behältst  du sie nicht einfach da ?“fragte Peter .“Weil ich eben immer  neue Sterne auf ihren Platz werfen muss“ ,sagte der Sternenmacher .“Das  verstehe  ich nicht“ ,Peter war alles  ein wenig zu schwierig .“Also  pass  auf  Peter“ sagte der  Sternenmacher .“Das ist so ,die  Sterne leuchten immer  nur  eine  gewisse Zeit .Manche  länger und andere  kürzer .Dann gehen sie  aus ,Und  deshalb muss  ich immer wieder  neue  an die freigewordenen Stellen werfen .Verstehst du?“ – „Ja“ ,sagte  Peter .“Jetzt verstehe ich es. Denn sonst  würde  es  am Himmel bald  ganz dunkel sein , ist es  so?“ – „Ja , genau so“ ,sagte der  Sternenmacher .“Aber  was  kann man dagegen tun?“ – „Eben gar nichts“ ,sagte der  Sternenmacher leise und  traurig

 

15.

Warum der Sternenfresser so böse ist

„Also ich will es  dir  zeigen“ ,sagte der  Sternenmacher und  stand  auf .- „Komm“ ,er  nahm Peter  an der  Hand und  ging mit ihm in den hinteren Teil der Wolke .Dort war eine  weiße, gewundene  Treppe die  hinauf in die Wolke  führte .

Langsam stiegen sie  die  Treppe  hinauf .Endlich nach vielen Windungen ,waren sie  auf einem Balkon angelangt der  ganz oben aus  der Wolke herausragte .Ein kleines zierliches Geländer umgab ihn .Mitten auf dem  Balkon aber stand  ein kurzes dickes Rohr das  hinauf in den Himmel zeigte  .Es  hatte  an seinem hinteren Ende  einen Stöpsel der  mit einer dicken Feder befestigt war .Der  Sternenmacher  führte  Peter bis  ganz an den Rand und zeigte  mit der  Hand  nach oben ,“Von hier  aus  werfe  ich die Sterne normalerweise an den Himmel“ , sagte  er .Dann zeigte  er  auf das  Rohr.

„Das  ist ein Sternenkatapult“ , sagte  er .Ich lege  den Stern ein und  richte  das  Rohr  auf den Platz den er  haben soll .Dann stelle ich mit der  Feder die  Entfernung  ein und  lasse  sie  los .“Er  drehte  sich um und  deutete  nach oben .Über  ihnen  ,zwischen den vielen Sternen die  am Himmel hingen ,war ein riesiges schwarzes Loch .

   

 

 

 

 

 

TheobaldEisbaer   
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